FAQs
Vorurteile gibt es viele über Studentenverbindungen – nach Antworten gesucht oder differenziert wird dabei kaum. Hier findest du unsere Stellungnahmen.
Saufen, saufen, saufen – ist doch der Hauptzweck einer Verbindung, oder?
Studenten haben schon immer gerne mal ein Gläschen getrunken. Das ist auch bei uns nicht anders. Dass wir dabei im Durchschnitt wesentlich mehr Alkohol trinken als andere Studenten, darf wohl mit einem Blick auf eine „normale“ Studentenparty ernsthaft bezweifelt werden …
Im Übrigen sollte die Gemeinschaft aus ihrer Sorgfaltspflicht heraus eingreifen, wenn bei einem Bundesbruder über längere Zeit ein sehr hoher Alkoholkonsum beobachtet wird. Und schließlich gibt es auch den ein oder anderen Bundesbruder, der überhaupt keinen Alkohol trinkt – denn zum Trinken gezwungen wird bei uns keiner.
Ein reiner Männerbund? Ihr wollt wohl auch das Frauenwahlrecht wieder abschaffen?
Der Typus Mensch wurde in einer weiblichen und einer männlichen Schöpfungsvariante geschaffen. Die weibliche und die männliche Schöpfungsvariante weisen Unterschiede auf – Mann und Frau haben die gleiche Würde, sind aber verschieden.
Auf dieser Verschiedenheit beruht unser Entschluss, ein reiner Männerbund zu sein und zu bleiben. Es ergibt sich eine völlig andere Atmosphäre, wenn Männer reinweg unter Männern sind – genauso wie die Atmosphäre eine andere ist, wenn Frauen reinweg unter Frauen sind. Vermutlich ist es auch gerade dieser Atmosphäre zuzuschreiben, dass viele Vertreterinnen der von uns hochgeschätzten weiblichen Schöpfungsvariante immer wieder gerne unser Haus und unsere Veranstaltungen besuchen …
Im Übrigen gibt es auch gemischte Verbindungen, die Männer und Frauen aufnehmen, sowie reine Damenverbindungen – würde man auch diesen vorwerfen, diskriminierend zu sein?
Verbindung? Ach Du je, eine Ansammlung von Pöstchenspekulanten!
Wäre dies tatsächlich ein Argument gegen Verbindungen, so müsste es in noch stärkerem Maße auf „reine Karriereförderungsorganisationen“ zutreffen, welche sich zumindest an allen größeren Hochschulen mit wirtschaftswissenschaftlichen Studiengängen befinden.
Die Tatsache, dass sich Studenten verschiedenster Studiengänge und Fakultäten in unseren Reihen befinden, sollte weiterhin zu denken geben …
Pöstchenspekulanten sind bei uns jedenfalls grundfalsch: Zum einen wären die oben genannten Organisationen wesentlich zielführender für diese Personen, zum anderen ist das anspruchsvolle Verbindungsleben mit der bloßen – und vagen – Hoffnung auf ein Pöstchen nicht zu bewältigen. Vielmehr steht bei uns die Freundschaft, verbunden mit einer großen Portion Idealismus, im Mittelpunkt. Die Tatsache, dass diese auch generationenübergreifend gelebt wird, heißt noch lange nicht, dass um Pöstchen geschachert wird!
Verbindung? Das ist doch das Führerprinzip in der Praxis umgesetzt!
Woher dieses Vorurteil rührt, wissen wir nicht. Jedenfalls ist eine Studentenverbindung absolut demokratisch organisiert: Jedes Mitglied hat eine Stimme in den sogenannten Conventen (Mitgliederversammlungen), auf denen etwa alle vier Wochen Verbindungsangelegenheiten besprochen und Entscheidungen nach der entsprechenden Mehrheit gefasst werden.
Zudem liegt die Zahl der Chargen („Vorstandschaft“) bei fünf verschiedenen Personen – je nach Anzahl der aktiven Verbindungsmitglieder kann dies etwa 25 % ausmachen. Die Chargen werden des Weiteren in jedem Semester neu gewählt.
Geschichtlich war es sogar so, dass von den Studentenverbindungen die Demokratiebewegung des 19. Jahrhunderts ausging; das Parlament der Paulskirche bestand zum Beispiel größtenteils aus Verbindungsstudenten. Weiterhin lösten sich viele Studentenverbindungen auf, als das nationalsozialistische Unrechtsregime sie gleichschalten wollte, indem ihnen das Führerprinzip oktroyiert werden sollte. Die Nationalsozialisten haben uns genauso wie die Kommunisten verboten – sollte es bedenklich stimmen, dass Studentenverbindungen erneut pauschal abgeurteilt werden?
Aha, noch so ein Verein für die Pseudo-Elite.
Schon ein Blick auf die Zusammensetzung unserer Verbindung straft dieses Vorurteil Lügen. Bundesbrüder aus einfachen wie auch aus wohlhabenden Verhältnissen ziehen gemeinsam an einem Strang. Bundesbrüder mit unterschiedlichster Begabung arbeiten zusammen, unterhalten sich und verbringen ihre Freizeit miteinander. Studenten sogenannter „brotloser geisteswissenschaftlicher Studiengänge“ engagieren sich gemeinsam mit vermeintlich „karrieregeilen BWL-Studenten“.
Was uns alle jedoch verbindet und vielleicht auch den Neid vieler hervorruft, ist vermutlich die Tatsache, dass jeder Bundesbruder angehalten wird, seine Möglichkeiten zur Gänze auszuschöpfen – egal, wie viele Talente ihm anvertraut wurden und unerheblich, ob sich diese beispielsweise im Bereich des Studiums, der Organisation oder des menschlichen Miteinanders befinden. Wer das als Elite bezeichnet, kann uns gerne mit diesem Begriff belegen – denn es liegt im Einflussbereich eines jeden Menschen, seine wie auch immer gearteten Möglichkeiten zur Fülle auszuschöpfen.
Dass Ihr ausdrücklich das Wort „Deutsch“ in Eurem Verbindungsnamen führt, ist mir suspekt. Wie habe ich das zu verstehen?
Wir fühlen uns unserer Heimat Deutschland in Dankbarkeit verbunden und bekennen uns zu ihr. Deshalb behalten wir das Wort „Deutsch“ in unserem Verbindungsnamen bei. Das heißt aber im Umkehrschluss nicht, dass wir andere Kulturen abwerten; vielmehr erfreuen wir uns an der Vielfalt der Kulturen der Welt, was sich auch immer wieder am zahlreichen Besuch von Gaststudenten der Universität Bamberg aus vielen Staaten der Erde zeigt. Auch haben wir Bundesbrüder, deren Eltern nicht aus Deutschland stammen – und die Zimmer auf unserem Haus stehen auch ausländischen Studierenden zur Verfügung …
Leider ist das Gerücht, Studentenverbindungen seien generell „rechtsradikal und ausländerfeindlich“, bei einigen Zeitgenossen auf sehr fruchtbaren Boden gefallen. Dass es sich bei diesen Negativerscheinungen um gerade einmal etwa drei (!) von deutschlandweit über 1000 Verbindungen handelt, wird dabei nicht beachtet … stattdessen werden – sicherlich inakzeptable – Einzelfälle in der Öffentlichkeit verbreitet und damit ein Generalverdacht aufgebaut. Und diesen zu entkräften vermag im Endeffekt leider nur der persönliche Kontakt mit uns …
So ziemlich das Einzige, was ich wirklich über Studentenverbindungen weiß, ist, dass sie schlagen …?
In der Verbindungslandschaft Deutschlands gibt es eine große Bandbreite an Bünden mit den verschiedensten Ausprägungen – unter anderem kann man Verbindungen danach kategorisieren, ob sie „schlagend“ oder „nichtschlagend“ sind. Als katholischer Bund lehnen wir die Durchführung der studentischen Mensur (eine nach festen Regeln ablaufende Schlagfolge mit scharfen Klingen), des sogenannten „Schlagens“, ab.
Es sei jedoch angemerkt, dass die wenigsten schlagenden Verbindungen heute noch Wert auf einen deutlich sichtbaren Schmiß (eine Narbe, die auf eine Mensur zurückzuführen ist) legen.
Ihr nehmt nur Katholiken auf – ist das nicht diskriminierend?
Ja, alle unsere Mitglieder sind katholisch – und nur Katholiken können auch bei uns Mitglieder werden. Unsere Mitglieder eint die Überzeugung, ihr Handeln an den katholischen christlichen Grundwerten auszurichten. Jedoch sind wir kein Bibelverein. Die katholische Ausrichtung unserer Verbindung ist eine bewusste Entscheidung und aus unserer Tradition heraus begründet. Das bedeutet jedoch nicht, dass wir Menschen anderer Überzeugungen ausgrenzen oder gar ablehnen würden; vielmehr kommt auch hier die Glaubensüberzeugung zum Ausdruck, dass der Gewissensentscheidung eines jeden Menschen mit Respekt zu begegnen ist.
Was das Verbindungsleben äußerlich ausmacht …
Warum tragt Ihr farbige Bänder und Mützen?
Unsere Farben – Rot-Weiß-Blau in Anlehnung an Bayern und Franken – tragen wir als Couleur sichtbar am Band und auf der Mütze. Das ist kein folklorischer Schmuck, sondern ein Bekenntnis: Wir bekennen uns damit öffentlich zu unserer Gemeinschaft und zu den Prinzipien, für die sie steht.
Die Couleur zeigt zudem auf den ersten Blick, wo man hingehört: Wer unser Band trägt, ist jederzeit auch als Frederice angesprochen – mit allen Freundschaften und Verpflichtungen, die damit verbunden sind. Getragen wird die Farbe bei unseren Veranstaltungen und festlichen Anlässen; wer sie einmal trägt, wird sie kaum noch freiwillig ablegen.
Was sind Chargen?
Chargen sind die Ämter unserer Verbindung – vergleichbar mit einer Vorstandschaft, nur dass bei uns traditionell von „chargieren“ die Rede ist. Gewählt werden die Chargen demokratisch von der Vollversammlung, und zwar jeweils für ein Semester.
Der Senior leitet die Verbindung und repräsentiert sie nach außen, der Consenior vertritt ihn und führt durch unsere Veranstaltungen, der Fuchsmajor kümmert sich um die neuen Mitglieder, dazu kommen Kassier und Schriftführer. Das Amt ist keine Auszeichnung zum Anstreichen, sondern echter Verantwortungsbereich: Hier lernt man planen, organisieren, vor Menschen sprechen und Entscheidungen treffen – Qualifikationen, die weit über das Studium hinaus wertvoll sind.
Kneipen und Kommerse – was soll das denn?
Kneipen und Kommerse sind unsere feierlichen Abendveranstaltungen nach studentischem Zeremoniell – deutlich älter als jede Studentenparty und deutlich feierlicher als jedes Beisammensein in der Kneipe um die Ecke. Der Name „Kneipe“ kommt übrigens aus einer Zeit, als es diesen Begriff noch nicht abwertend gab.
Im Mittelpunkt stehen Rede und Gegenrede zu aktuellen oder verbindungsrelevanten Themen, Lieder und gemeinsames Beisammensein – begleitet von einem festen Ablauf, der unseren Veranstaltungen Würde und Rhythmus gibt. Ein Kommers ist in der Regel öffentlich und ausdrücklich für Gäste gedacht: Wer wissen will, was eine Verbindung ist, kann es dort am besten erleben. Und nein: Gesoffen wird dabei nicht, sondern getrunken – ganz zivilisiert.
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